Business Intelligence · T6

Entscheidungsfindung, DSS & Optimierung

Überblick

BI unterstützt strategische Entscheidungsfindung durch Decision Support Systeme (DSS), die Datenanalyse, Modellierung und Benutzerinteraktion kombinieren. Entscheidungsmodellierung verwendet KPIs, Variablen, Parameter und mathematische Modelle, um optimale Handlungsalternativen zu identifizieren.

Relevanz: Arten von DSS; Komponenten eines DSS; Phasen des Decision-Making-Prozesses; Taxonomie von Entscheidungen (strukturiert, halbstrukturiert, unstrukturiert); mathematische Optimierung und deskriptive vs. Optimierungsmodelle.

Kernkonzepte
  • Phasen des Decision-Making-Prozesses: Intelligence (Problem erkennen und Daten sammeln) → Design (Alternativenentwicklung) → Choice (Alternative auswählen) → Implementation (Entscheidung umsetzen).
  • Taxonomie von Entscheidungen: Strukturierte Entscheidungen (vollständig definiert, automatisierbar, z. B. Nachbestellpunkt); halbstrukturierte (teilweise definiert, BI-unterstützt); unstrukturierte (kaum definiert, erfordert menschliches Urteil).
  • Arten von DSS: Modellgetriebene DSS (mathematische Modelle für Simulation/Prognose); datengetriebene DSS (grosse Datenmengen, Data Mining, ML); kommunikationsorientierte DSS (Groupware, Zusammenarbeit zwischen Entscheidungsträgern).
  • Komponenten eines DSS: Datenmanagement (Speicherung und Verwaltung interner und externer Daten), Modellmanagement (mathematische Modelle und Algorithmen), Benutzeroberfläche (Visualisierung und Interaktion).
  • Entscheidungsmodellierungsprozess: KPIs definieren (was soll optimiert werden?) → Variablen festlegen (was kann gesteuert werden?) → Parameter schätzen (welche Daten sind nötig?) → Mathematik anwenden. Merksatz: "Ein gutes Modell ist so einfach wie möglich – und so komplex wie nötig."
  • Deskriptives Modell: Definiert die Konsequenzen von Entscheidungsalternativen; beschreibt, was passieren wird.
  • Optimierungsmodell: Sucht unter allen Alternativen diejenige, die das definierte Ziel (Zielfunktion) optimal erreicht; benötigt ein deskriptives Modell zur Folgenabschätzung.
  • Mathematical Optimization: Entscheidungsalternativen werden durch Entscheidungsvariablen charakterisiert; die Zielfunktion ist eine mathematische Repräsentation des Systems, die Variablen und fixe Werte in Konsequenzen überführt.
Fachwörter & Glossar
  • Decision Support System (DSS)Computergestütztes System zur Unterstützung von Entscheidungsträgern bei komplexen, oft unstrukturierten Problemen; kombiniert Datenanalyse, Modellierung und Benutzerinteraktion.
  • Strukturierte EntscheidungVollständig definierte, wiederholbare Entscheidung mit klaren Regeln; geeignet für Automatisierung (z. B. Lagerbestandsoptimierung).
  • Unstrukturierte EntscheidungSchlecht definierte Entscheidung mit vielen Unbekannten; erfordert menschliches Urteil und Kreativität (z. B. strategische Standortentscheidung).
  • Halbstrukturierte EntscheidungKombination aus strukturierten und unstrukturierten Elementen; BI-Werkzeuge können einen Teil der Entscheidung unterstützen.
  • Zielfunktion (Objective Function)Mathematische Repräsentation des Optimierungsziels; verbindet Entscheidungsvariablen und Parameter mit dem zu optimierenden Ergebnis.
  • EntscheidungsvariablenSteuerbare Grössen in einem Entscheidungsmodell; charakterisieren die Entscheidungsalternativen eindeutig.
  • Deskriptives ModellModell, das die Konsequenzen von Entscheidungsalternativen beschreibt (Was wird passieren?); Grundlage für das Optimierungsmodell.
  • OptimierungsmodellModell, das unter allen Alternativen die Lösung sucht, die das Ziel optimal erfüllt (Was sollen wir tun?).
  • ROI (Return on Investment)Verhältnis zwischen Nettogewinn und Investitionskosten; wichtige Kennzahl bei der Bewertung von BI-Projekten. ---