Business Information Systems · T3

ERP-Systeme – Einführung, Module & Konzepte

Überblick

ERP-Systeme sind die meistverbreitete Art von BIS. Sie integrieren alle betriebswirtschaftlichen Prozesse in einer modularen Softwarelösung mit einer zentralen Datenbank. Dieses Thema behandelt Definition, Entstehung, Modulaufbau sowie Kernkonzepte wie Customizing und Systemmigration.

Relevanz: Definition von ERP kennen und erklären können; ERP-Module und deren Zusammenhang mit Geschäftsprozessen beschreiben; Customizing vs. Individualsoftware abgrenzen; SAP-Navigation ist NICHT prüfungsrelevant (Kurs 3.2 ausgenommen).

Kernkonzepte
  • Definition ERP (Begriff): Enterprise Resource Planning = Planung und Steuerung der Ressourcen eines Unternehmens (Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Anlagen, Werkzeuge, Finanzmittel, Menschen, Rohstoffe) für Herstellung und Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen.
  • Definition ERP-System: Modular aufgebaute, integrierte, standardisierte und betriebswirtschaftliche Software zur Unterstützung von Geschäftsprozessen in (nahezu) allen Teilbereichen eines Unternehmens. Enthält alle notwendigen Informationen für Unternehmensplanung und -steuerung; Unternehmensdaten in zentraler Datenbank redundanzfrei gespeichert.
  • Grundlegende Konzepte eines ERP: Integration verschiedener Geschäftsprozesse; Zentrale Datenbank; Abläufe automatisieren; Analysen und Reports; Kunden- und Lieferantenmanagement.
  • ERP-Module: Produktion, Personalmanagement (HR), Finanzmanagement (Finance and Accounting), Lager- und Materialwirtschaft, Produktionsmanagement (Production and Manufacturing), Vertriebsmanagement (Sales and Distribution), Supply Chain Management (SCM), Projektmanagement, Customer Relationship Management (CRM), Business Intelligence (BI) und Analyse.
  • Customizing: Anpassung einer Standardsoftware durch Konfiguration und Parametrisierung (ohne Änderung des Quellcodes). Ermöglicht individuelle Unternehmensanforderungen ohne Verlust der Release-Fähigkeit.
  • Standardsoftware vs. Individualsoftware: Standardsoftware (z.B. SAP) ist für breiten Kundenkreis konzipiert, kosteneffizient, release-fähig und durch Customizing anpassbar. Individualsoftware (Eigenentwicklung / Quellcode-Modifikation) bietet massgeschneiderte Lösungen, ist aber wartungsintensiver und teurer.
  • Best of Suite vs. Best of Breed: Best of Suite = Komplettlösung eines einzigen Anbieters (z.B. SAP für alle Bereiche). Best of Breed = für jeden Unternehmensbereich die beste Einzellösung integrieren, statt eine Gesamtlösung zu nutzen.
  • Systemmigration: Prozess der Übertragung von Daten, Prozessen und Konfigurationen von einem alten System auf ein neues ERP-System. Erfordert Change Management.
Fachwörter & Glossar
  • ERPEnterprise Resource Planning; modular aufgebaute, integrierte betriebswirtschaftliche Software mit zentraler Datenbank zur Unterstützung aller Unternehmensprozesse.
  • Zentrale DatenbankKernelement eines ERP; alle Unternehmensdaten werden redundanzfrei in einer einzigen Datenbank gespeichert, sodass alle Module auf denselben Datenbestand zugreifen.
  • RedundanzfreiheitJedes Datenelement wird nur einmal gespeichert, um Inkonsistenzen und doppelte Datenhaltung zu vermeiden.
  • CustomizingAnpassung von Standardsoftware durch Konfiguration/Parametrisierung ohne Änderung des Quellcodes; erhält die Release-Fähigkeit des Systems.
  • Release-FähigkeitEigenschaft von Standardsoftware, problemlos mit neuen Versionen des Anbieters aktualisiert werden zu können.
  • Best of SuiteERP-Strategie, bei der alle Unternehmensbereiche mit Lösungen eines einzigen Anbieters abgedeckt werden.
  • Best of BreedERP-Strategie, bei der für jeden Unternehmensbereich die jeweils beste Speziallösung gewählt und integriert wird.
  • SystemmigrationGesteuerter Übergang von einem Alt- zu einem Neusystem, inkl. Datenmigration und Change Management.
  • Change ManagementOrganisatorische und kommunikative Massnahmen zur Begleitung von Systemveränderungen, um Widerstände zu minimieren und Akzeptanz zu fördern. ---