Ethik & TFA · T2

Modelle normativer Ethik

Überblick

Die normative Ethik bildet vier zentrale Modelle heraus, die jeweils auf einem höchsten Moralprinzip oder einem höchsten Gut beruhen: Pflichtethik, Folgenethik, Tugendethik und Gerechtigkeitsethik. Jedes Modell hat einen charakteristischen Grundsatz, eine Voraussetzung und einen historischen Hauptvertreter.

Relevanz: Die vier Modelle müssen verglichen und gegeneinander abgegrenzt werden können («Worin unterscheiden sich Pflicht- und Folgenethik?»). Die Zuordnung Kant → Pflichtethik, Bentham/Mill → Utilitarismus, Aristoteles → Tugendethik, Rawls → Gerechtigkeitsethik ist prüfungssicher zu beherrschen.

Kernkonzepte
  • Pflichtethik: Eine Handlung ist moralisch gut, wenn sie einer Pflicht bzw. verpflichtenden Regel folgt, zu der man aus Freiheit und Vernunft gelangt ist; Vertreter: Immanuel Kant.
  • Folgenethik / Utilitarismus: Eine Handlung ist moralisch gut, wenn ihre Folgen berücksichtigt werden und man diejenigen bevorzugt, die gut für Einzelne oder die Mehrheit sind; Vertreter: Jeremy Bentham und John Stuart Mill.
  • Tugendethik: Eine moralisch gute Handlung erwächst aus der Tugend des Menschen, der tugendhaft erzogen wurde und an den Tugenden festhält; Vertreter: Aristoteles.
  • Gerechtigkeitsethik: Eine Handlung ist moralisch gut, wenn sie getroffenen Übereinkünften entspricht und die Vertragspartner Einsicht in das Vereinbarte haben; Vertreter: John Rawls.
Fachwörter & Glossar
  • PflichtethikNormativ-ethisches Modell; moralischer Wert einer Handlung hängt an deren Übereinstimmung mit einer Pflicht oder verpflichtenden Regel; Hauptvertreter: Immanuel Kant.
  • Kategorischer ImperativKants oberstes Moralprinzip; verpflichtende Regel, die aus Freiheit und Vernunft heraus gewonnen wird und unbedingt gebietet.
  • FolgenethikNormativ-ethisches Modell; moralischer Wert einer Handlung hängt an deren Folgen; wichtigste Form: Utilitarismus.
  • UtilitarismusForm der Folgenethik; Handlungen sind moralisch gut, wenn sie den Nutzen bzw. das Wohlergehen für Einzelne oder die Mehrheit maximieren; Hauptvertreter: Jeremy Bentham und John Stuart Mill.
  • TugendethikNormativ-ethisches Modell; gute Handlungen entstammen dem tugendhaften Charakter des Menschen; Hauptvertreter: Aristoteles.
  • GerechtigkeitsethikNormativ-ethisches Modell; moralisch gutes Handeln entspricht getroffenen Übereinkünften und Verträgen; Hauptvertreter: John Rawls. ---