Ethik & TFA · T4

Technologiefolgenabschätzung (TFA)

Überblick

Die Technologiefolgenabschätzung befasst sich mit der Analyse von Trends in Wissenschaft und Technologie sowie der Abschätzung von Chancen und Risiken. Sie erarbeitet Handlungsoptionen für die Politik und legt besonderen Wert auf unbeabsichtigte, langfristige Folgewirkungen.

Relevanz: Definition der TFA, die wichtigsten Institutionen (TA-SWISS, TAB, ITA) und der idealtypische TA-Ablauf nach ITA (8 Schritte) sind die prüfungsrelevanten Kernelemente. Kritikpunkte an der TFA können als Vertiefungsfrage kommen.

Kernkonzepte
  • Definition TFA: Befasst sich mit der Beobachtung und Analyse von Trends in Wissenschaft und Technologie sowie den gesellschaftlichen Entwicklungen; schätzt Chancen und Risiken ab und erarbeitet Richtlinien zur Prävention und verbesserten Nutzung.
  • Interdisziplinarität und Methoden: TFA arbeitet interdisziplinär mit quantitativen und qualitativen Methoden (Brainstorming, Literaturrecherche, Expertenbefragung, Szenarioentwicklung, Bürgerbeteiligung); die Methode muss an das Untersuchungsthema angepasst werden.
  • Idealtypischer TA-Ablauf (8 Schritte nach ITA): (1) Problemdefinition, (2) Beschreibung der Technologie, (3) Voraussage der Technologieentwicklung, (4) Beschreibung der Gesellschaft/Betroffenen, (5) Voraussage sozialer Entwicklungen, (6) Identifikation/Analyse/Bewertung von Folgen, (7) Analyse politischer Handlungsoptionen, (8) allgemeinverständliche Vermittlung der Resultate.
  • Kritik der TFA: Folgenabschätzungen kommen oft zu spät; Ergebnisse werden von Politikern nicht immer berücksichtigt; mangelnde Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit; unwissenschaftliche Einflüsse möglich.
Fachwörter & Glossar
  • Technologiefolgenabschätzung (TFA)Beobachtung und Analyse von Trends in Wissenschaft und Technologie sowie Abschätzung von Chancen und Risiken; engl. «technology assessment» (TA).
  • TA-SWISSSchweizerische Stiftung für Technologiefolgen-Abschätzung; öffentlich finanziert, gehört zu den Akademien der Wissenschaften Schweiz; gesetzliche Grundlage im FIFG.
  • TABBüro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag; wissenschaftliche Einheit des ITAS am KIT.
  • ITAInstitut für Technikfolgenabschätzung in Österreich; interdisziplinäres Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
  • Sekundär- und TertiärwirkungenUnbeabsichtigte, zumeist erst langfristig auftretende Folgewirkungen des Technologieeinsatzes, die über die direkten Primäreffekte hinausgehen; besonderer Analysefokus der TFA.
  • Parlamentarische TechnikfolgenabschätzungForm der TFA als Beratungsinstrument für die Politik; zielt auf prospektive Analyse und Bewertung der Folgen einer Technologie.
  • Partizipative VerfahrenMethoden der Bürgerbeteiligung im Rahmen der TFA; tragen zur demokratischen Willensbildung bei.